Störungen integrabler Systeme

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ein integrables, quasiperiodisches, autonomes Hamiltonsches System mit der Wirkungsvariablen


I¯(I1,...,If) und der Winkelvariablen θ¯(θ1,...,θf) , Hamiltonfunktion H0(I¯)


Betrachten wir nun eine kleine Störung der Stärke ε


H(θ¯,I¯,ε)=H0(I¯)+εH1(θ¯,I¯,ε)


In diesem Fall ist θ nicht mehr zyklisch. I¯(I1,...,If) ist also keine Bewegungskonstante mehr !

Beispiel:

Himmelsmechanik, beispielsweise restringiertes 3- Körper- Problem

System: Sonne, Erde, Mond

  • integrables 2- Körper- Problem mit 2 größeren Massen ( annähernd Kreisbahn) und einer kleinen Masse m3 als Störung
  • Frage: Ist die quasiperiodische Bewegung über lange Zeiten stabil ? Das heißt: Verändert die Störung die Struktur der Bewegungsmannigfaltigkeit nur wenig ?

Also:

Durch eine dritte Masse m3 ist eine Störung gegeben. Die Bewegung konnte auch vorher ( bei irrationalem Verhältnis der Umlaufszeiten oder Frequenzen) schon nur quasiperiodisch sein.

Ist die quasiperiodische Lösung unter Anwesenheit der dritten Masse jedoch noch stabil ?

  • Dies ist bis heute ungelöst... Es gibt jedoch Hinweise auf chaotische Bewegungen, beispielsweise chaotische Bewegungen des Planeten Pluto !

Teilantwort liefert die KAM_ Theorie ( Kolmogorov, Arnold, Moser, 1954, 1963, 1967)

  • Stabilitätsaussagen

Voraussetzung:

Die Frequenzen des integrablen Systems H0(I¯)

sind rational unabhängig, also:


i=1friωi=0riZr1=...=rf=0


Dann überdeckt jede Bahn für festes Ik=αk den Torus Tf dicht ohne sich jedoch zu schließen: Die Bewegung ist ergodisch.

ERGODISCHE Bewegung ( nichtresonanter Torus)

KAM- Theorem

Sind in einem integablen Hamiltonschen System Ho die Frequenzen genügend irrational:, das heißt


|i=1friωi|γ|r¯|αα,γ>0


So hat das gestörte System H(θ¯,I¯,ε)=H0(I¯)+εH1(θ¯,I¯,ε) für kleine ε überwiegend ebenfalls quasiperiodische Lösungen und die eisten nichtresonanten Tori von H0 werden nur wenig deformiert, aber nicht zerstört.

Anwendung:

Das restringierte 3-Körper-Problem ist KAM- Stabil. Aber: keine Aussage über eine Langzeitstabilität unseres Planetensystems !

Praktische Verfahren zur Berechnung der gestörten Lösungen:

  • störungstheoretische Entwicklung in

ε

  • Mittelung über die Störungen